Wer in Berlin Pralinen verschenkt, kommt an Sawade kaum vorbei. Die Manufaktur gibt es seit 1880, ihre Pralinen und Trüffel entstehen heute in Berlin-Reinickendorf im Norden der Stadt. Hier erfährst du, wie ein junger Berliner in Paris das Konfektmachen lernte, warum vermutlich eine Nachbarin der Firma ihren Namen gab und welche Sawade-Spezialitäten du bei uns findest, von gefüllten Schokokugeln bis zu Marzipankartoffeln.
Von Unter den Linden nach Reinickendorf
Die Geschichte beginnt mit Ladislaus Maximilianus Ziemkiewicz. Als junger Mann verbrachte er, wie sein jüngerer Bruder Maximilianus François, einige Zeit in Paris und lernte dort die Geheimnisse des Konfektmachens. Zurück in Berlin eröffneten die Brüder 1880 ihr erstes Geschäft für feine Pralinen, Konfekt und Bonbons am Boulevard Unter den Linden. Im Berliner Adressregister von 1881 steht die „Confiserie de Savadé“, Inhaber L. Ziemkiewicz, als Bonbon-, Chokoladen- und Marzipanfabrikant.
Ihren Namen verdankt die Manufaktur vermutlich Madame Marie de Savadé, einer Nachbarin des Gründers. Welche Beziehung die beiden verband, weiß heute niemand mehr. Französische Namen galten damals als vornehm, und die Pralinen nach französischen Rezepten trafen den Geschmack der Zeit. 1885 wurde Sawade zum königlichen Hoflieferanten ernannt und durfte das königliche Wappen führen. In alten Auftragsbüchern stehen Bestellungen aus dem Hochadel, etwa ein großes Osterei mit Blumenschmuck für Prinzessin Johanna der Niederlande und kandierte Früchte für Prinz August Wilhelm.
Krieg, Neuanfang und ein 18 Zentimeter langes Tauchbecken
Nach dem Tod des Gründers 1933 übernahm der Kaufmann Georg Hanemann die Manufaktur. In den Kriegsjahren entstanden die Pralinen zeitweise in Hinterzimmern und wurden mit dem Fahrrad ausgeliefert, Rohstoffe waren knapp. 1952 taucht Sawade mit festen Adressen in Nikolassee und Schöneberg wieder auf. Hanemann holte Ulrich Spengler dazu, einen gelernten Spediteur, der 1961 eigens die Meisterprüfung zum Konfektmacher ablegte und die Firma später ganz übernahm. Anfangs musste ein nur 18 Zentimeter langes Tauchbecken für die Produktion reichen. In Reinickendorf baute Spengler schließlich eine eigene Fertigung: unten die Produktion, im ersten Stock die Wohnung der Familie. Dort sitzen heute die Büros der Manufaktur.
Melanie und Benno Hübel
Nach Jahren, in denen es Sawade am Markt schwer hatte, übernahm im Dezember 2013 das Ehepaar Melanie und Benno Hübel die Marke. Benno Hübel ist gelernter Koch und Betriebswirt, Melanie Hübel gebürtige Berlinerin und Grafikdesignerin. Sie verantwortet das Markenbild und die Verpackungen, im Oktober 2014 kam eine neue Verpackungslinie heraus. Auf der Website der Manufaktur beschreiben die beiden ihre Überzeugung so: „Was die Menschen damals schätzten und genossen, ist auch heute gefragt.“ Heute gibt es Sawade in eigenen Filialen in Berlin und Hamburg, im Onlineshop und bei ausgewählten Feinkostgeschäften, Confiserien und Concept Stores.

Handarbeit nach überlieferten Rezepten
In Reinickendorf arbeiten Konfiseure, Süßwarenmeister und Konditorinnen nach überlieferten Rezepten. Ganaches, Füllungen und Dekore entstehen von Hand, den Blätterkrokant schlägt Sawade selbst ein. Darum sehen zwei Pralinen derselben Sorte nie ganz gleich aus, und genau das versteht die Manufaktur als Merkmal ihrer Handarbeit. Laut Sawade kommen echte Butter und Sahne, hochfein gemahlener Nougat, Marzipan in Rohmassenqualität, Edelkakao, Bourbon-Vanille sowie karamellisierte Nüsse und Kerne in die Füllungen. Auf chemische Konservierungsstoffe, künstliche Aromen und Palmöl verzichtet das Haus nach eigenen Angaben.


Sawade bei Leni & Hans
Bei uns liegt der Schwerpunkt auf den Spezialitäten für die Wochen vor Weihnachten. Was gerade lieferbar ist, siehst du in der Hersteller-Kollektion; Tafeln und Pralinen weiterer Manufakturen findest du unter Schokolade.

Gefüllte Schokokugeln
Die Schokokugeln gehören bei Sawade zum Weihnachtssortiment, bei uns kommen sie im Beutel zu fünf Stück. Knusprig wird es mit den Schokokugeln Blätterkrokant in Vollmilch, deren Krokant in der Manufaktur selbst eingeschlagen wird. Neu im Programm von Sawade ist Orange Karamell mit einer Karamellfüllung und einem Hauch Orange. Daneben gibt es Nussnougat und Edelmarzipan in Edelbitter, Nougat Crisp, Bratapfel, Vanille Karamell und Gebrannte Mandel. Flüssig gefüllt und mit Alkohol sind die Schokokugeln Eierlikör mit Weinbrand und die Schokokugeln Knickebein mit Eierlikör und Kirschlikörfondant. Wie Eierlikör entsteht, liest du in unserem Ratgeber Eierlikör.
Für den Weihnachtsbaum
Mit Kordel zum Aufhängen kommen die Goldnüsse mit Haselnuss-Nougat in Edelbitter und goldenem Stanniol, die Tannenzapfen Gebrannte Mandel mit Mandelkrokant und die Sahne-Nougat-Glocken in Vollmilch. Zum Jahreswechsel passt der Schoko-Pilz mit roter Kappe als kleiner Glücksbringer für die Silvesterrunde.
Marzipan, Pastete und Adventskalender
Die Edelmarzipan Kartoffeln bestehen aus Edelmarzipan mit einem dünnen Überzug aus Edelbitterschokolade; laut Zutatenliste enthalten sie etwas Alkohol. Woher Marzipan kommt und was Edelmarzipan ausmacht, erklärt unser Ratgeber Lübecker Marzipan. Die Weihnachtspastete ist eine Schichtpastete aus Blätterkrokant, Mandelnougat, Rum-Sahne-Trüffel, Maraschino-Kirschen und geflämmtem Marzipan, ebenfalls mit Alkohol. Wer im Dezember jeden Morgen ein Türchen öffnen möchte, nimmt den Sawade Adventskalender mit 24 alkoholfreien Pralinen, Trüffeln und Spezialitäten. Weitere Kalender findest du unter Adventskalender.
So schmecken Pralinen am besten
Sawade empfiehlt, Pralinen mäßig kühl, trocken und lichtgeschützt zu lagern und sie vor dem Probieren kurz auf Zimmertemperatur kommen zu lassen. Dann entfalten Füllung und Schokolade ihr volles Aroma. Der Kühlschrank ist dafür meist zu kalt und zu feucht. Frisch genossen schmecken die Pralinen laut Manufaktur am besten, heb sie also nicht bis Ostern auf.
Ein paar Ideen für die Adventszeit: Häng Goldnüsse und Tannenzapfen an den Baum und lass deine Gäste beim Abschied eine pflücken. Stell zum Nachmittagskaffee einen Teller mit drei Sorten Schokokugeln auf den Tisch, etwa Blätterkrokant in Vollmilch neben Nussnougat und Edelmarzipan in Edelbitter. Die Weihnachtspastete schneidest du mit einem in heißes Wasser getauchten Messer in schmale Stücke, dazu passt ein kräftiger Espresso. Und zum Wichteln reicht ein Beutel Schokokugeln, der in jede Manteltasche passt. Mehr Ideen für kleine und große Präsente findest du bei unseren Geschenken.
Passend dazu
- Alle Produkte von Sawade im Shop
- Schokolade im Shop
- Adventskalender im Shop
- Lübecker Marzipan
- Eierlikör
Fotos: © Sawade, Berlin; Porträt und Filiale Kollwitzstraße: © Jordana Schramm