Wir lieben Zucker und verzehren ganze Berge davon. Zeit für einen Blick auf die Alternativen: Honig, Stevia & Co. bringen jeweils eigene geschmackliche Charakteristik mit – und können den klassischen Industriezucker in vielen Anwendungen sinnvoll ersetzen.
Neben dem bewussten Konsum versteckt sich Zucker auf der Zutatenliste vieler Lebensmittel. Vor allem Convenience-Produkte enthalten oft einen hohen Anteil. Jedes Jahr verbrauchen wir pro Kopf an die 35 kg Zucker. Grundsätzlich gilt auch bei Zuckeralternativen: Weniger ist mehr.
Gut zu wissen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei 2.000 Kalorien pro Tag nicht mehr als 50 g Zucker, egal in welcher Form, zu verzehren.
Wie unterscheiden sich die Zuckerarten?
Normaler Haushaltszucker besteht zur Hälfte aus Frucht- und Traubenzucker. Beide gehören zu den Einfachzuckern und werden vom Körper schnell aufgespalten. Daneben gibt es Zweifach- und Mehrfachzucker – ihre Aufnahme erfolgt langsamer.
Honig
Honig ist ein reines Naturprodukt, das Bienen aus Blütennektar oder Honigtau sammeln. Im Vergleich zu Industriezucker bringt Honig nicht nur Süße, sondern auch ein eigenes Aroma mit – je nach Sorte mild und blumig wie Akazienhonig, würzig-malzig wie Waldhonig oder kräftig-herb wie Edelkastanienhonig. Einen Überblick über die Vielfalt gibt unser Ratgeber Honigsorten.
Honig hat etwa die gleiche Süßkraft wie Zucker und ähnlichen Brennwert – aber der entscheidende Vorteil ist der zusätzliche Geschmack. Wer mit Honig süßt, gibt seinen Speisen damit ein zusätzliches Aromaprofil.
Honig in der Küche
Honig eignet sich hervorragend zum Süßen von Tee (lauwarm), als Brotaufstrich, in Marinaden, Dressings und beim Backen. Ist dein Honig fest geworden, ist das ganz natürlich – mehr dazu im Beitrag Warum kristallisiert Honig?
Tipp fürs Backen: Wenn du Zucker durch Honig ersetzt, nimm für 100 g Zucker ungefähr 75 g Honig und reduziere die übrige Flüssigkeit im Teig etwas, denn Honig bringt selbst Feuchtigkeit mit.
Als Anwendungsbeispiele eignen sich unsere Vinaigrette mit Honig und das Honig-Senf-Dressing. Honige von kleinen Imkereien findest du in unserer Kategorie Honig.

Agavendicksaft
Agavendicksaft wird hauptsächlich aus mexikanischen Agaven gewonnen. Dafür wird der frische Saft der dicken Pflanzenblätter eingekocht und eingedickt. Agavendicksaft ist süßer als Zucker und hat einen sehr milden, neutralen Geschmack. Beliebt ist er in der veganen Küche, da er als Honig-Alternative funktioniert. Allerdings besteht Agavendicksaft zu großen Teilen aus Fruchtzucker.
Durch seine flüssige Konsistenz löst sich Agavendicksaft beim Kochen gut auf und eignet sich auch zum Backen.
Kokosblütenzucker
Kokosblütenzucker wird aus dem Nektar der Kokospalme hergestellt. Dafür klettern Bäuerinnen und Bauern direkt auf die Palme und ritzen die Blütenstände zweimal täglich an. Der austretende Blütensaft wird erhitzt, eingekocht und getrocknet. Im Vergleich zu Haushaltszucker sind das nur wenige Verarbeitungsschritte.
Die tropische Zuckeralternative besitzt eine ausgeprägte Karamellnote und eignet sich gut zum Süßen von Desserts, Kaffee, Porridge und dunklem Gebäck. Einen Kokosblütenzucker von der Ölmühle Solling findest du bei uns im Shop.
Stevia
Stevia wird aus den Blättern der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen, die auch Honigkraut genannt wird. Die süßen Pflanzenstoffe, die sogenannten Steviolglycoside, werden in einem mehrstufigen Verfahren aus den Blättern isoliert. Seit 2011 sind sie in der EU als Süßungsmittel zugelassen.
Steviolglycoside sind etwa 200–300 mal süßer als Zucker und liefern praktisch keine Kalorien. Geschmacklich bringt Stevia eine leicht lakritzig-bittere Note mit, die nicht jedem zusagt – sparsam eingesetzt, ist Stevia praktisch für Getränke und kalte Speisen. Es gibt Stevia flüssig, als Pulver oder in Form kleiner Tabs. Beim Backen sind Süßkraft und Beschaffenheit dagegen weniger ideal.
Ahornsirup
Ahornsirup kommt aus Kanada und wird aus dem Saft des Zuckerahorns gewonnen. Im Frühjahr werden die Bäume angezapft, der Saft wird anschließend so lange eingekocht, bis ein dickflüssiger Sirup entsteht. Sein typisch karamelliges, leicht holziges Aroma macht ihn unverwechselbar – klassisch zu Pancakes, aber auch in Glasuren für Ofengemüse, in Marinaden und Dressings.

Welche Alternative passt zu welcher Anwendung?
- Tee, Müsli, Joghurt: Honig (mit Aromen-Plus) oder Ahornsirup
- Backen: Honig (Achtung: Feuchtigkeit anpassen), Zuckerrübensirup oder Kokosblütenzucker
- Desserts mit Karamellnote: Kokosblütenzucker oder Ahornsirup
- Dressings und Marinaden: Honig, Ahornsirup oder Agavendicksaft
- Kalte Getränke: Agavendicksaft oder ein Fruchtsirup
- Kalorienreduzierung: Stevia oder Erythrit
Süße mit Charakter: Sirup, Essig und Aufstrich
Ein fruchtiger Essig rundet Salate mit feiner Süß-Säure ab – etwa der Honig & Essig von Fruchtwerker. Fruchtsirupe aus unserer Kategorie Sirup süßen Schorlen und Cocktails gleich mit Aroma. Und wie Honig in Drinks zur Geltung kommt, zeigt der Beitrag Sweet Dreams – Sommercocktails mit Honig.
Hinweis: In diesem Beitrag geht es um Herkunft, Geschmack und Verwendung in der Küche. Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen von Lebensmitteln dürfen wir als Shop nach der EU-Health-Claims-Verordnung nicht treffen.