Aachener Printen sind das bekannteste Gebäck aus Aachen: dunkle, kräftig gewürzte Lebkuchenschnitten mit knusprigen Kandiskrümeln im Teig. Sie gibt es hart als Kräuterprinte oder weich mit Schokolade, mit Mandeln, Nüssen oder Zuckerguss. Hier erfährst du, was Printen ausmacht, warum nur Printen aus dem Aachener Raum „Aachener Printen“ heißen dürfen, worin sie sich von Lebkuchen unterscheiden und wie du sie richtig lagerst.
| Aachener Printen auf einen Blick | |
|---|---|
| Herkunft | Aachen und Umland (Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Stolberg, Würselen, Roetgen) |
| Schutz | geschützte geografische Angabe (g.g.A.) der EU seit 1997 |
| Typische Zutaten | Weizenmehl, Zuckersirup bzw. Rübensirup, brauner Zucker, Kandiszucker, Pottasche |
| Typische Gewürze | Zimt, Anis, Nelke, Koriander, Kardamom, Piment, Ingwer |
| Sorten | Kräuterprinten (hart), Weichprinten, Schokoladen-, Nuss- und Mandelprinten, Prinzessprinten mit Zuckerguss |
| Saison | ganzjährig, Hauptsaison Herbst und Advent |
| Haltbarkeit | lange, da der Teig ohne Butter und Eier auskommt |
Was sind Printen?
Printen sind eine Lebkuchenart aus dem Rheinland. Der Teig besteht aus Mehl, mehreren Zuckerarten und einer Gewürzmischung, Butter und Eier kommen nicht hinein. Typisch ist die flache, rechteckige Form und der Biss: Beim Kauen knirschen kleine Kandiskrümel, die im Teig nicht ganz geschmolzen sind. Die Gewürze schmecken deutlich nach Zimt, Anis und Nelke, dahinter liegt eine malzige, leicht herbe Süße.
Das Wort Printe stammt vom niederländischen „prent“ und dem englischen „print“, also Abdruck. Auch im Aachener Platt ist das Wort „Prent“ gebräuchlich. Gemeint ist das Drücken des Teigs in geschnitzte Holzformen, die sogenannten Model. So entstanden früher Figuren und Bilder aus Teig, ähnlich wie beim Spekulatius.
Aachener Printen: geschützte Herkunft
„Aachener Printen“ ist seit 1997 als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) in der EU eingetragen. Gebacken werden dürfen sie nur von Bäckereien und Konditoreien in den Städten Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Stolberg und Würselen sowie in der Gemeinde Roetgen. Wer seine Printen als „Aachener Printen“ verkauft, muss das EU-Siegel „geschützte geografische Angabe“ auf der Verpackung tragen. Als typische Merkmale nennt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW die ungelösten braunen Kandiskrümel und die besondere Würzung. Die Konsistenz darf von knusprig-hart bis saftig-weich reichen.
Geschützt ist der Name „Aachener Printen“, nicht das Wort Printe allein. Mehr zu solchen Herkunftssiegeln liest du in unserem Ratgeber über geschützte regionale Spezialitäten.
Geschichte: vom Gebildbrot zur Kräuterprinte
Die Vorläufer der Printe kamen im 15. Jahrhundert nach Aachen. Kupferschläger und Messinggießer aus dem belgischen Dinant ließen sich in der Region nieder und brachten ihr Gebildbrot mit: einen Honigteig, der in kunstvoll geschnitzte Model gepresst wurde. Die Motive waren zunächst meist religiös, im frühen 19. Jahrhundert zeigten sie auch französische und preußische Soldaten.
Die heutige Printe entstand durch einen Mangel. Napoleons Kontinentalsperre schnitt das Festland ab 1806 vom Rohrzucker aus Übersee ab, und auch Honig wurde knapp und teuer. Aachener Bäcker wichen auf Rübensirup und braunen Farinzucker aus. Der Teig wurde dadurch dunkler, zäher und ließ sich kaum noch in Model drücken. Um 1820 entstand daraus ein haltbares, herb-süßes Gebäck mit kräftiger Gewürzmischung: die Kräuterprinte. Weil sich der feste Teig gut in flachen Schnitten backen und verschicken ließ, verschwanden die Bildprinten nach und nach.
In den folgenden Jahrzehnten kamen die Varianten dazu: ab den 1830er-Jahren die Prinzessprinten mit Zuckerglasur, in den 1850er-Jahren der Krümelkandis im Teig und ab den 1860er-Jahren der Überzug aus Schokolade. Mit mehr Honig im Teig entstanden außerdem die ersten Weichprinten.

Zutaten und Gewürze der Printe
Die Basis ist bei allen Printen gleich: dunkles Weizenmehl, Zuckersirup oder Rübensirup, brauner Zucker und Kandiszucker. Als Triebmittel dient Pottasche, früher auch Hirschhornsalz. Bei der Printenbäckerei Klein in Aachen wird der Sirup erhitzt und in die Knetmaschine gegeben, danach kommen Mehl und die übrigen Zucker dazu. Der Kandis soll dabei nicht schmelzen, sondern als Körnchen im Teig bleiben.
Das eigentliche Geheimnis jeder Printenbäckerei ist die Gewürzmischung. Typisch sind Zimt, Nelken, Anis, Koriander, Kardamom, Piment und Ingwer, manchmal auch Orangeat und Zitronat. Die genauen Anteile verrät keine Bäckerei. Ursprünglich wurde der Teig mit Honig gesüßt, heute dominiert der Zuckersirup.
Hart oder weich: Kräuterprinten und Weichprinten
Die Kräuterprinte ist das Original. Sie ist knusprig hart, schmeckt am deutlichsten nach den Gewürzen und hat keinen Überzug. In Aachen wird sie gern in Kaffee oder Tee gestippt.
Eine Weichprinte entsteht bei der Printenbäckerei Klein aus demselben Grundteig. Weich wird sie allein durch Lagerung in feuchter Luft, ganz ohne Zusätze. Damit die Feuchtigkeit im Gebäck bleibt, wird die Weichprinte rundherum mit Schokolade ummantelt. Bei harten Printen mit Schokolade ist dagegen nur die Oberseite überzogen.
Welche Printen-Sorten gibt es?
Kräuterprinten
Pur, hart und kräftig gewürzt. Als kleine Happen gibt es sie im Kräuterprinten-Konfekt der Printenbäckerei Klein, ideal zum Knabbern zum Nachmittagskaffee.
Schokoladen-Weichprinten
Weich, saftig und rundum in Zartbitter-, Vollmilch- oder weißer Schokolade. Die Weichprinten gemischt vereinen alle drei Schokoladen in einem Beutel, ohne Nüsse und Mandeln.
Mandel- und Nussprinten
Hier werden Mandeln oder Haselnüsse mitgebacken. Die Vollmilch-Mandel-Weichprinten verbinden Mandeln mit Vollmilchschokolade, die Weißen Schoko-Nuss-Weichprinten Haselnüsse mit weißer Schokolade.
Printenkonfekt und Prinzessprinten
Printenkonfekt sind kleine Printenstückchen. Das Weiche Printenkonfekt mischt Weichprinten mit Mandelsplittern und dreierlei Schokolade. Prinzessprinten tragen statt Schokolade eine weiße Zuckerglasur.
Unterschied zwischen Printen und Lebkuchen
Streng genommen ist die Printe ein Lebkuchen. Im Alltag meinen die meisten mit Lebkuchen aber die runden, weichen Lebkuchen aus Franken, etwa den Nürnberger Lebkuchen. Die wichtigsten Unterschiede:
- Süße: Printen werden vor allem mit Zuckersirup, braunem Zucker und Kandis gesüßt, viele Lebkuchen mit Honig.
- Teig: Printen bestehen überwiegend aus Mehl und Zucker. Feine Lebkuchen wie Elisenlebkuchen enthalten viele gemahlene Nüsse oder Mandeln und wenig Mehl.
- Biss: Kandiskrümel machen Printen körnig, Lebkuchen sind meist gleichmäßig weich.
- Form: Printen sind flache, längliche Schnitten, Lebkuchen meist rund und oft auf Oblaten gebacken.
- Würzung: Printen schmecken herber und kräftiger nach Anis und Nelke.
Aachener Printen kaufen: Darauf achtest du
Echte Aachener Printen erkennst du am g.g.A.-Siegel und am Herstellungsort im Schutzgebiet. Unsere Printen kommen von der Printenbäckerei Klein, gegründet 1912 in der Aachener Franzstraße, wo bis heute die Backstube steht. Geführt wird sie inzwischen in vierter Generation, heute von Bäckermeister Andreas Klein. Seit dem Jahr 2000 konzentriert sich die Familie ganz auf Printen. Weitere Ideen für die Adventszeit findest du in unserer Weihnachtsauswahl.

Printen richtig lagern
Weil der Teig ohne Butter und Eier auskommt, halten Printen sehr lange. Die Printenbäckerei Klein empfiehlt eine Blechdose an einem kühlen Ort. Liegen Printen offen, verlieren die Gewürze mit der Zeit an Aroma, verderben aber nicht. Sorten mit Nüssen oder Mandeln isst du besser früher, weil die Nüsse nach langer Lagerung ranzig werden können. Ein grauer Schleier auf der Schokolade entsteht durch Wärme und ist nur ein optischer Makel.
Tipp: Sind dir Kräuterprinten zu hart, lege sie mit einem angeschnittenen Apfel für kurze Zeit in die Blechdose oder in den Brotkasten zu frischem Brot. Die Feuchtigkeit macht sie weicher.
Printen in der Küche und was dazu passt
Im Rheinland gehören zerbröselte Kräuterprinten in die Soße vom Rheinischen Sauerbraten. Sie lösen sich beim Schmoren auf und geben der Soße Würze, Farbe und eine leichte Süße. Auch Wildgerichte und Printenparfait bekommen so ihre Würze. Zum Knabbern passen Kaffee, schwarzer Tee oder ein warmer Wein wie der Smålands Glögg, mehr dazu im Ratgeber über Glögg. Wer Abwechslung auf dem Plätzchenteller möchte, legt Lebkuchen aus der Lebzelterei Lebkuchen Gandl dazu.
Printen selber backen?
Printen lassen sich auch zu Hause backen, nur „Aachener Printen“ heißen sie dann nicht. Für einen Printenteig brauchst du Weizenmehl, Rübensirup oder Rübenkraut, braunen Zucker, Krümelkandis, Pottasche und eine Printengewürzmischung aus Zimt, Anis, Nelke, Koriander, Kardamom und Piment. Erwärme den Sirup, verknete ihn mit Mehl und Zucker und gib den Kandis erst am Ende dazu, damit er nicht schmilzt. Lass den Teig über Nacht ruhen, bevor du ihn ausrollst, in Streifen schneidest und backst.
Häufige Fragen zu Aachener Printen
Was sind Printen?
Printen sind eine rheinische Lebkuchenart aus Mehl, Zuckersirup, braunem Zucker, Kandis und Gewürzen wie Zimt, Anis und Nelke. Sie sind flach, rechteckig und je nach Sorte hart oder weich.
Was ist der Unterschied zwischen Printen und Lebkuchen?
Printen werden mit Sirup und Kandis gesüßt, enthalten viel Mehl und knirschen durch die Kandiskrümel. Viele Lebkuchen enthalten Honig, Nüsse oder Mandeln, sind gleichmäßig weich und oft rund auf Oblaten gebacken.
Müssen Aachener Printen aus Aachen kommen?
Ja. „Aachener Printen“ ist eine geschützte geografische Angabe. Gebacken werden dürfen sie in Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Stolberg, Würselen und Roetgen.
Warum sind manche Printen hart und andere weich?
Die Kräuterprinte ist von Natur aus hart. Weichprinten entstehen aus demselben Teig, der in feuchter Luft gelagert wird und dadurch weich wird. Ein Schokoladenmantel hält die Feuchtigkeit anschließend im Gebäck.
Wie lange halten Printen?
Printen halten in einer Blechdose an einem kühlen Ort sehr lange, weil der Teig ohne Butter und Eier auskommt. Mit der Zeit lässt nur das Gewürzaroma nach. Printen mit Nüssen oder Mandeln isst du besser früher.
Was ist eine Kräuterprinte?
Die Kräuterprinte ist die ursprüngliche, harte Printe ohne Überzug. Mit den „Kräutern“ sind die Gewürze im Teig gemeint, also Zimt, Anis, Nelke und Co.
Kräuterprinte zum Stippen oder Weichprinte zum Naschen: Mit den gemischten Weichprinten holst du dir drei Schokoladensorten aus der Franzstraße auf deinen Kaffeetisch.