Grüner Kardamom duftet blumig-süß, zitronig und ein wenig nach Eukalyptus und gehört zu den edelsten Gewürzen der Welt. In Indien heißt er die „Königin der Gewürze“, in Skandinavien steckt er in fast jedem Hefegebäck, und in der arabischen Welt würzt er den Kaffee. Hier erfährst du, woher Kardamom kommt, wie er angebaut wird, was grünen von schwarzem Kardamom unterscheidet und wie du Kapseln, Samen und Pulver in der Küche einsetzt.
| Grüner Kardamom auf einen Blick | |
|---|---|
| Botanischer Name | Elettaria cardamomum |
| Familie | Ingwergewächse |
| Weitere Namen | Echter Kardamom, Malabar-Kardamom, Blattkardamom |
| Ursprung | Westghats in Südindien, Sri Lanka |
| Verwendete Teile | ganze Kapseln mit Samen, ausgelöste Samen |
| Geschmack | blumig, süßlich-scharf, zitronig, harzig, kühl-frisch |
Herkunft und Geschichte
Seine Heimat hat der grüne Kardamom in Südindien und Sri Lanka, sein Ursprung liegt in den Westghats, einem Gebirgszug im Westen Indiens. In Indien wird er seit mehr als 2.000 Jahren als Gewürz verwendet und trägt den Ehrentitel „Königin der Gewürze“ – der König ist der Pfeffer.
Schon die alten Griechen und Römer schätzten Kardamom in der Küche und als Duftstoff. In Britisch-Indien wurde er auf Kaffeeplantagen angebaut. Nach Skandinavien sollen ihn der Überlieferung nach die Wikinger gebracht haben – bis heute ist er aus nordeuropäischen Backwaren nicht wegzudenken.
Anbau und Verarbeitung von Kardamom
Wo wird Kardamom angebaut?
Das wichtigste Anbaugebiet ist Indien. Von dort wird allerdings wenig ausgeführt, weil im Land selbst sehr viel Kardamom verbraucht wird. Führend im Export ist deshalb Guatemala. Weitere Anbauländer sind Sri Lanka, Indonesien, Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea, Vietnam, Kambodscha und Nepal.
Die Kardamompflanze
Kardamom ist eine ausdauernde, krautige Staude aus der Familie der Ingwergewächse. Sie wird bis zu drei Meter hoch und wächst am liebsten im Halbschatten. Die Blütenstände entspringen direkt aus dem Wurzelstock, die Blüten sind weiß mit einer violett geäderten Lippe. Aus ihnen entwickeln sich die dreikantigen, gelblich-grünen Kapseln mit den schwarzbraunen, leicht klebrigen Samen.

Wann wird Kardamom geerntet?
Die Kapseln reifen nicht gleichzeitig. Sie werden deshalb in mehreren Durchgängen von Hand gepflückt, und zwar kurz bevor sie ganz reif sind. So bleiben sie geschlossen und verlieren ihre Samen nicht. Danach trocknen sie in der Sonne oder in Trockenräumen, wobei die grüne Farbe erhalten bleibt.
Grüner, schwarzer und weißer Kardamom
Der schwarze Kardamom stammt von verwandten Pflanzen und ist hierzulande nur schwer zu bekommen.
- Grüner Kardamom: kleine, glatte Kapseln, blumig, süßlich-scharf und zitronig – für Gebäck, Desserts, Kaffee, Tee und Currys
- Schwarzer Kardamom: deutlich größere, runzelige Kapseln, über Feuer getrocknet, herb, erdig und rauchig – für deftige Schmorgerichte und Dal
- Weißer Kardamom: gebleichter grüner Kardamom, heller, aber weniger aromatisch
Wonach schmeckt Kardamom?
Grüner Kardamom hat ein intensives Aroma mit großer Bandbreite: blumig, süßlich-scharf, fruchtig-frisch, zitronig und harzig, dazu kühle Noten, die an Minze, Eukalyptus, Menthol und Kampfer erinnern. In der geschlossenen Kapsel bleibt das Aroma lange erhalten, gemahlen verfliegt es schnell.
Kardamom in der Küche
Kapsel, Samen oder Pulver?
Zum Würzen werden die Samen aus den Kapseln gelöst und ganz oder gemahlen verwendet. Gute Samen sind schwarz und leicht klebrig. Weil die Kapsel das Aroma schützt, öffnest du sie am besten erst kurz vor dem Kochen.
- Ganze, angedrückte Kapseln: für lange Garzeiten, etwa in Currys, Reis, Milchreis oder Glühwein. Vor dem Servieren entfernen.
- Frisch gemahlene Samen: für ein ausgeprägtes, frisches Aroma und schnelle Gerichte. Samen auslösen und im Mörser zerstoßen.
- Kardamompulver: etwas weniger intensiv, aber praktisch für Backwaren, Desserts und Kompott
Tipp: Röste Kapseln oder Samen vor dem Mörsern kurz in einer trockenen Pfanne an. So bekommen sie rauchige, nussige Röstaromen. Auch etwas Fett beim Garen hilft, denn die Aromastoffe lösen sich in Butter, Ghee oder Öl besonders gut.
Was passt zu Kardamom?
Bei uns kennen ihn die meisten aus der Weihnachtsbäckerei: Kardamom steckt in Lebkuchen, Spekulatius und Stollen. Doch das Gewürz kann viel mehr:
- Skandinavisches Hefegebäck: Kardamomknoten und Zimtschnecken
- Desserts: Milchreis, Kheer (indischer Reispudding), Eiscreme und Schokoladendesserts
- Herzhaftes: Currys, Biryani, Pilaw, Linsengerichte und Marinaden für Lamm und Geflügel
- Kaffee: Im arabischen Kaffee werden ein paar zerstoßene Kapseln mitgekocht.
- Tee: unverzichtbar im indischen Masala Chai – probier dazu unseren Kurkuma Chai Latte
- Glühwein: etwa im skandinavischen Glögg oder mit dem Glühweingewürz Rot von Pfeffersack & Söhne
Auch in Likören und als Botanical im Gin findest du Kardamom. Neben Wacholder und Koriander steckt er in fast jedem klassischen Gin – mehr dazu im Ratgeber Gin Botanicals. Fruchtig-würzig kombiniert ist er im Orange-Cardamom Sirup von Schusters Shrub, der Dressings, Käse und Drinks verfeinert.

Kardamom in Gewürzmischungen
Kardamom gehört in viele Gewürzmischungen und Würzpasten aus aller Welt: Garam Masala und Vindaloo-Paste aus Indien, Hawaij und die Kräuterpaste S'chug aus dem Jemen, Advieh aus dem Iran, türkisches Baharat, äthiopisches Berbere, Currypulver – und unser heimisches Lebkuchengewürz. Auch im nordafrikanischen Ras el Hanout von Pfeffersack & Söhne steht er neben Koriander, Zimt und Kurkuma weit vorn.
Welche Gewürze passen zu Kardamom?
Besonders gut ergänzen ihn schwarzer Kardamom für harzig-rauchige Tiefe, Piment und Muskat, Galgant, Koriander mit seinem zitrusartigen Aroma, Zitronengras, frischer Ingwer, Lorbeer und Pfeffer. Ebenso gut harmonieren Anis, Sternanis, Vanille, Zimt, Nelken, Kümmel, Kreuzkümmel, Kurkuma, Fenchel, Dill, Minze, Salbei und Wacholder.
Wie kannst du Kardamom ersetzen?
Der Geschmack von grünem Kardamom lässt sich kaum imitieren. Mit Zimt oder Piment – beide sparsam dosiert – zusammen mit Ingwer oder Nelken kommst du ihm aber nahe.
Kardamom kaufen und lagern
Kauf Kardamom am besten als ganze Kapseln. Bewahre ihn trocken, kühl und dunkel auf, möglichst bei gleichbleibender Temperatur. Neben dem Herd ist es zu warm, im Kühlschrank zu feucht. Ideal ist eine luftdichte Aromadose. Mehr Tipps findest du im Ratgeber Gewürze richtig aufbewahren.
Ganze Kapseln behalten ihre ätherischen Öle bis zu zwei Jahre. Gemahlener Kardamom verliert sein Aroma deutlich schneller und sollte innerhalb von etwa sechs Monaten aufgebraucht sein.
Tipp: Würz nicht direkt aus der Dose über dem dampfenden Topf, sonst verklumpt das Gewürz. Nimm lieber einen Teelöffel. Gewürzmischungen mit Kardamom findest du in unserer Kategorie Salz & Gewürze.
Hinweis: In diesem Ratgeber geht es um Herkunft, Geschmack und Verwendung in der Küche. Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen von Lebensmitteln dürfen wir als Shop nach der EU-Health-Claims-Verordnung nicht treffen.