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Kräuter & Gewürze

Kurkuma: Herkunft, Geschmack und Verwendung

Simon
Kurkuma — Wirkung & gesunde Eigenschaften

Kurkuma färbt Currys leuchtend gelb, bringt eine erdig-herbe Würze in Reis, Linsen und Gemüse und ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Hier erfährst du, woher die Gelbwurz kommt, wie sie angebaut und verarbeitet wird, wie du Pulver und frische Knolle in der Küche richtig einsetzt und wie du sie lagerst.

Kurkuma auf einen Blick
Botanischer Name Curcuma longa
Familie Ingwergewächse
Weitere Namen Gelbwurz, Gilbwurz, Safranwurz, Indischer Safran, Curcuma
Ursprung Indien, Süd- und Südostasien
Verwendete Teile Rhizom (Wurzelstock), frische Blätter
Geschmack erdig, leicht bitter, feinherb, harzig-würzig

Von Indien nach Europa

Seit Beginn der Landwirtschaft vor rund zehntausend Jahren nutzen Menschen Kurkuma als Gewürz und Lebensmittel. Die Pflanzengattung ist schon über 12 Millionen Jahre alt. Die genaue Herkunft lässt sich heute nicht mehr zurückverfolgen, die Wissenschaft vermutet den botanischen Ursprung in Süd- und Südostasien.

Leuchtendes Glück und kulturelle Bedeutung

Die vedische Kultur schätzt Aroma und Farbe des besonderen Wurzelstocks seit rund 3.000 Jahren. Bis heute symbolisiert seine gelb-orangene Farbe in Indien die Sonne und das Glück. In vielen Regionen wird Neugeborenen mit dem Pulver noch immer ein leuchtend gelber Punkt auf die Stirn gezeichnet.

Die älteste schriftliche Erwähnung des Gewürzes findet sich auf Tontafeln des Königs Aššurbanipal im antiken Assyrien. Kurkuma diente nicht nur als Gewürz, sondern auch zum Färben von Papier und Textilien.

Kurkuma macht dem teuren Safran Konkurrenz

Über die Seidenstraße transportierten Händler das Gewürz schon 200 Jahre v. Chr. nach Nordafrika und Persien. Osmanische Gewürzhändler brachten Kurkuma im frühen Mittelalter nach Europa. Dort machte es dem hochpreisigen Safran Konkurrenz und wurde wegen der ähnlichen Farbe auch Indischer Safran genannt. Marco Polo beschrieb Kurkuma auf seinen Reisen durch Asien als safranähnliche Frucht. Im Deutschen setzte sich der Name Gelbwurz durch.

Später verbreitete sich das Gewürz mit der Kolonialzeit in Großbritannien: Heimkehrende Offiziere brachten es meist in Form indischer Gewürzmischungen mit, aus denen das bis heute bekannte Currypulver wurde.

Was ist Kurkuma?

Kurkuma ist ein Gewürz mit bitter-scharfem, feinherbem Geschmack. Das leuchtend gelbe Pulver wird aus dem Rhizom der Kurkumapflanze gewonnen, einem Wurzelstock, der einer Ingwerknolle ähnelt.

In der indischen und arabischen Küche ist Kurkuma fester Bestandteil vieler Currys und Gewürzmischungen. Sein erdiger Geschmack verbindet die Aromen unterschiedlicher Gewürze harmonisch miteinander. Als Einzelgewürz wird Kurkuma eher sparsam eingesetzt, weil Speisen bei zu viel davon schnell bitter schmecken.

Daneben kannst du Kurkumapulver zum Färben von Reis, Nudeln und Saucen verwenden. Die asiatische, besonders die thailändische Küche nutzt Kurkuma auch frisch gerieben.

Was steckt drin?

Kurkuma enthält ätherische Öle, Harze, Eiweiß, Zuckerverbindungen und etwa 5 % Curcumin sowie weitere Curcuminoide. Diese Farbstoffe geben Knolle und Pulver ihre gelb-orange Farbe. Für den typisch erdigen Geschmack sorgen vor allem die ätherischen Öle Turmeron und ar-Turmeron.

Zwei Sorten für die Küche

  • Madras-Kurkuma: hell, ockergelb und etwas süßer im Geschmack
  • Alleppey-Kurkuma: dunkelorange, eher stechend und erdig – gilt als die hochwertigere Sorte

Anbau und Gewinnung von Kurkuma

Indien ist mit rund 90 Prozent der Welternte der größte Kurkuma-Produzent. Auch in China, Kambodscha, Thailand und Indonesien wird die Pflanze in größerem Stil angebaut.

Kurkuma gehört zu den tropischen Blattpflanzen aus der Familie der Ingwergewächse. Von etwa hundert Arten wird nur Curcuma longa für den Anbau genutzt.

Das tropische Gewächs liebt es sonnig und halbschattig

Kurkuma braucht einen warmen Standort mit mindestens 18 Grad und ein feuchtes Klima mit viel Niederschlag. Die ausdauernde, mehrjährige Pflanze mag sonnige bis halbschattige Plätze. Curcuma longa blüht weißlich-gelb, andere Arten tieforange oder rosa. Die Blätter erinnern in ihrer Form an die eines Bananenbaums – in Asien werden sie frisch zum Einwickeln von Speisen verwendet.

Rhizome reifen rund sechs Monate heran

Kurkuma bildet keine Samen und wird deshalb über Teilstücke vermehrt: Knospentreibende Rhizome werden aufgeschnitten und in den Boden gesetzt. In den Herkunftsländern wird der Boden im Februar und März vorbereitet, nach der Pflanzung reifen die Rhizome sechs bis sieben Monate heran.

Gut zu wissen: Rhizome sind keine Wurzeln, sondern unterirdische Sprossachsen, die Wurzel und Pflanze miteinander verbinden.

Wenn die Blätter austrocknen und sich gelb färben, beginnt die Ernte der 2 bis 5 cm dicken Rhizome. Sie sind kleiner und dünner als Ingwer, ähneln ihm aber in der Form.

Frisch geerntete Kurkuma-Rhizome mit Blättern

Kochen, trocknen, mahlen – so entsteht Kurkumapulver

Nach der Ernte werden die Wurzelstöcke gereinigt und 45 bis 60 Minuten gekocht. Dabei geliert die Stärke, die Rhizome werden hart und trocknen schneller. Anschließend trocknen sie in der Sonne oder in Trockenanlagen. Für das Pulver werden sie geschält und gemahlen – pur oder direkt als Teil von Currypulver und Currypasten. In Gewächshäusern lässt sich Kurkuma auch in Europa anbauen.

Kurkuma in der Küche

Wie schmeckt Kurkuma?

Kurkumapulver schmeckt bitter, leicht scharf und erdig-holzig, dazu kommen leicht süßliche, würzige und feinherbe Noten. Die frische Knolle erinnert entfernt an Ingwer und schmeckt schärfer und harziger als das Pulver. Madras-Kurkuma ist süßer als Alleppey-Kurkuma.

Frische Knolle oder Pulver?

Frische Kurkuma schmeckt intensiver und harziger, Pulver ist milder und einfacher zu dosieren. Frische Knollen findest du in Asialäden, auf Wochenmärkten und in vielen Bioläden. Sie sollten fest sein, eine kräftig orange Farbe und eine unbeschädigte Schale haben. Unter der dünnen Schale steckt saftiges Pflanzenfleisch – wenn die Knolle nicht aus Bio-Anbau stammt, schäl sie vor der Verarbeitung. Trag dabei am besten Handschuhe: Kurkuma färbt Hände und Nägel kräftig gelb.

Welche Gerichte würzt man mit Kurkuma?

Kurkuma passt zu Currys, Fleisch, Fisch und Gemüse aller Art. Besonders gut harmoniert es mit Geflügel, Hülsenfrüchten wie Kichererbsen und roten Linsen, gebackenem Blumenkohl und gebratener Aubergine. Zusammen mit Ingwer entsteht ein rundes, warmes Aroma.

Auch heimisches Gemüse profitiert: Möhrensalat, Kürbissuppe oder Gerichte mit Spinat, Mangold und dicken Bohnen bekommen feinherbe und süßliche Noten. Reis, Couscous, Risotto und selbstgemachte Nudeln färbst du mit einer Prise Pulver leuchtend gelb.

Kurkuma-Reis und rotes Linsen-Dal in Steingutschalen

Foodpairing mit Kurkuma

  • Weißfisch-Marinade: Kurkuma, Knoblauch und Joghurt
  • Marinade für Lamm und Schwein: Kurkuma, Paprika und Öl
  • Kürbis und Blumenkohl: Kurkumapulver und Honig in Öl lösen und das Gemüse vor dem Rösten damit einstreichen
  • Weiße Schokolade: eine Prise Kurkuma im Cupcake-Teig
  • Fisch- und Gemüselake: frisch geschnittene Kurkumastückchen dazugeben

Welche Gewürze passen zu Kurkuma?

Mit seinem erdigen Geschmack verbindet Kurkuma in Mischungen die unterschiedlichsten Aromen. Besonders gut passen:

Das volle Aroma: Kurkumapulver richtig verwenden

Gewürze geben ihre Aromen in heißem Fett am besten ab. Dafür braucht es mindestens 130 Grad – reines Kochen in Wasser setzt die ätherischen Öle nicht vollständig frei. Deshalb dünstet die indische Küche Gewürze vor dem Kochen in Ghee an. Butter oder Öl funktionieren genauso. Da Kurkuma kaum wasserlöslich ist, wird auch die Farbe im Fett intensiver.

Aber Vorsicht: Bei zu viel Hitze wird das Gewürz braun und bitter. Pur verwendet gilt immer: lieber sparsam dosieren und nachwürzen. In der ayurvedischen Küche wird Kurkuma gern mit etwas schwarzem Pfeffer und einer Fettquelle wie Öl, Ghee oder Kokosmilch kombiniert.

Tipp: Eine Messerspitze Natron verstärkt die Farbe – Speisen werden leuchtend gelb bis orange. Etwas Zitronensäure hält den Farbton länger.

Wie kann ich Kurkuma ersetzen?

Der Geschmack von Kurkuma lässt sich kaum imitieren. Hast du keins zur Hand, nimm eine Currymischung – Kurkuma ist dort ohnehin meist enthalten. Ingwer ähnelt Kurkuma im Aroma nur entfernt, bringt aber Schärfe und herbe Noten mit. Safran hat dieselbe Färbekraft und ebenfalls bittere Noten, ist aber deutlich teurer. Fertige Mischungen wie das Madras Curry von Pfeffersack & Söhne findest du in unserer Kategorie Salz & Gewürze.

Gewürzmischungen mit Kurkuma zum Selbermachen

Mörser mit ganzen Gewürzen und Schale mit Kurkumapulver

Kurkuma steckt in vielen indischen und arabischen Gewürzmischungen und Gewürzpasten. Vier Klassiker aus aller Welt:

Hawaij – arabische Aromenwelt

Die jemenitische Mischung eignet sich für Trockenmarinaden, Ein- und Schmortöpfe.

  • 1 EL schwarze Pfefferkörner
  • 7 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1 EL Kardamomkapseln
  • 1 EL Korianderkörner
  • 2 EL gemahlene Kurkuma

Alle Gewürze mahlen und mit dem Kurkumapulver mischen. Für eine süße Variante Pfeffer und Kreuzkümmel durch Ingwer, Gewürznelken und Zimt ersetzen – passt dann zu Kaffee und Desserts.

Niter Kibbeh – äthiopische Würzbutter

Die gewürzte Butter verfeinert Gemüse- und Fleischgerichte mit herzhaften Aromen.

  • 500 g Butter
  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 EL frisch geriebener Ingwer
  • 1 TL Bockshornkleesamen
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL Kardamomsamen
  • ½ TL gemahlene Kurkuma
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 6 Basilikumblätter
  • 4 Blätter Salbei

Butter in einem Topf zerlassen und alle Zutaten 20 Minuten darin andünsten. Die warme Butter durch ein Passiertuch in ein sauberes Glas abfüllen.

Malaysische Fisch-Currypaste

Mit Kokosmilch und frischem Fisch ein echtes Genusserlebnis.

  • 2 TL Korianderkörner
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • ½ TL Fenchelsamen
  • ½ TL schwarze Pfefferkörner
  • 4 mittelgroße getrocknete Chilischoten
  • ½ TL gemahlene Kurkuma
  • 1 daumenlanges Stück Galgant, grob gehackt
  • 3 Knoblauchzehen, grob gehackt
  • 50 g Schalotten, grob gehackt

Die Gewürze in der Pfanne leicht anrösten, abkühlen lassen und mit dem Kurkumapulver fein mahlen. Schalotten, Knoblauch und Galgant mit etwas Wasser pürieren und mit der trockenen Mischung verrühren.

Bumbu – indonesische Gewürzpaste

Bumbus unterscheiden sich je nach Region und Koch – das ist eine klassische Variante.

  • 1 TL Korianderkörner
  • 3 Gewürznelken
  • ½ TL weiße Pfefferkörner
  • 1 Prise geriebene Muskatnuss
  • 1 Stück Galgant (1,5 cm), grob gehackt
  • 1 Stück frische Kurkuma (2,5 cm), grob gehackt
  • 6 Schalotten, grob gehackt
  • 3 Knoblauchzehen, grob gehackt
  • 2 rote Chilischoten, grob gehackt
  • 1 TL Garnelenpaste
  • 1 EL Pflanzenöl

Im Mörser erst die trockenen Gewürze, dann die Wurzeln und frischen Zutaten zerkleinern und vermengen, zum Schluss die Garnelenpaste unterrühren. Öl in einer Pfanne stark erhitzen und die Paste unter ständigem Rühren goldgelb anbraten. Vor der weiteren Verwendung abkühlen lassen.

Kurkuma kaufen und lagern

Kauf Kurkumapulver am besten in kleinen Mengen, denn die ätherischen Öle verlieren mit der Zeit an Intensität. Lagere es bei gleichbleibender Temperatur und fern vom Herd. Hitze und Feuchtigkeit schaden dem Aroma und lassen das Pulver verklumpen oder schimmeln – deshalb gehören Gewürze auch nicht in den Kühlschrank. Ideal ist eine luftdichte Aromadose an einem dunklen, trockenen Ort.

Richtig gelagert hält sich Kurkumapulver zwei bis drei Jahre. Frische Knollen bleiben im Kühlschrank mehrere Wochen frisch.

Tipp: Halte die Gewürzdose beim Würzen nicht direkt über den dampfenden Topf, sonst zieht Feuchtigkeit ins Pulver. Nimm lieber einen Teelöffel.

Wofür wird Kurkuma noch verwendet?

Früher diente Kurkuma auch zum Färben von Papier, Holz und Textilien. Heute färbt es vor allem Lebensmittel wie Margarine, Wurst, Backwaren, Eis, Senf und Saucen – in der Zutatenliste steht der Farbstoff Curcumin als E 100. Wegen seiner Farbkraft war Kurkuma schon immer die günstige Alternative zu Safran.

Hinweis: In diesem Ratgeber geht es um Herkunft, Geschmack und Verwendung in der Küche. Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen von Lebensmitteln dürfen wir als Shop nach der EU-Health-Claims-Verordnung nicht treffen.

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