Majoran ist das Wurstkraut schlechthin: Ohne ihn gäbe es keine typische Leberwurst, keine Thüringer Bratwurst und keinen deftigen Kartoffeleintopf. Sein süßlich-würziges Aroma macht ihn zu einem der wichtigsten Küchenkräuter Deutschlands. Hier erfährst du, woher Majoran kommt, wo er angebaut wird, wie er schmeckt, wie du ihn in der Küche einsetzt und wie du ihn richtig lagerst.
| Majoran auf einen Blick | |
|---|---|
| Botanischer Name | Origanum majorana |
| Familie | Lippenblütler |
| Weitere Namen | Wurstkraut, Gartenmajoran, Maiwürzkraut, Bratenkräutel, Kuttelkraut, Kuchelkraut, Mairan, Meiran |
| Ursprung | Kleinasien oder Zypern |
| Verwendete Teile | Blätter, Blütenknospen |
| Geschmack | würzig, leicht süßlich, herb-pfeffrig, blumig |
Herkunft und Geschichte
Der Majoran in wilder Form hat seine Heimat in Kleinasien oder Zypern und verbreitete sich von dort nach Nordafrika und in die Mittelmeerländer. Arabische Handelsleute brachten ihn nach Libyen und Ägypten, dort hieß er Marjamie – der Unvergleichliche. Durch europäische Siedler kam Majoran später nach Chile, Mexiko, Argentinien und in die USA.
In der griechischen Mythologie war Majoran ein Symbol der Glückseligkeit der Aphrodite, in der Antike galt er als Gewürz der Liebe. Es war Brauch, frischgebackenen Eheleuten Majorankränze umzulegen. Die alten Römer schätzten den verführerischen Duft der Majoranblätter, und schon um das Jahr 50 n. Chr. wurde das Kraut in griechischen und römischen Schriften beschrieben.
Die Majoranpflanze
Majoran ist von Natur aus mehrjährig. In unseren Breiten wird er allerdings als einjährige Pflanze angebaut, weil er Frost nicht verträgt. Die krautige Pflanze kann bis zu 80 cm hoch werden. Die fein behaarten Blätter sind oval, dunkelgrün bis graugrün und fühlen sich weich an. Von Juli bis September zeigen sich kleine weiße, blasslila oder rosafarbene Blüten, die an knotenartigen Blütenständen sitzen. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge nutzen den Majoran gern als Nektarpflanze.
Was ist der Unterschied zwischen Majoran und Oregano?
Dass Oregano auch als wilder Majoran bezeichnet wird, sorgt gelegentlich für Verwirrung. Beide Pflanzen gehören zur gleichen Gattung, unterscheiden sich aber in Aussehen und Geschmack. Oregano hat eher spitz zulaufende Blätter, die des Majorans sind oval, weich und rundlich. Im Geschmack sind beide würzig, doch Oregano ist intensiver und herber, Majoran feiner mit einer süßen Note.
Anbau und Verarbeitung
In der Gegend von Aschersleben in Sachsen-Anhalt wird Majoran wegen der günstigen Bedingungen am Rand des Harzes auf der europaweit größten Anbaufläche kultiviert. Die Region ist eng mit dem Kraut verbunden – dort wird sogar regelmäßig eine Majorankönigin gewählt. Auch in Süddeutschland, Frankreich, Ungarn, im östlichen Europa und in den Mittelmeerländern wird Majoran angebaut, mit unterschiedlichen Sorten je nach Land. Hierzulande verbreitet sind zum Beispiel Blattmajoran und Deutscher Majoran.

Wann wird Majoran geerntet?
Majoran wird kurz vor oder zu Beginn der Blüte geerntet, dann ist sein Aroma am kräftigsten. Geschnitten werden die kompletten Stängel, die anschließend mit Blättern und Knospen trocknen. Danach werden die Blätter abgerebelt oder gemahlen. Wann welche Kräuter Saison haben, zeigt dir unser Saisonkalender für Salat und Kräuter.
Majoran in der Küche
Wonach schmeckt Majoran?
Majoran ist ein facettenreiches Gewürz. Verreibst du die Blätter, duften sie süßlich-herb. Im Geschmack ist Majoran würzig, leicht süßlich und blumig mit einer feinen pfeffrigen und leicht erdigen Note. Im Vergleich zu Oregano ist er milder und süßer. Getrocknet entfaltet er ein besonders intensives Aroma.
Frisch oder getrocknet?
Du kannst die Blätter frisch oder getrocknet verwenden, getrocknet meist gerebelt oder gemahlen. Majoran verträgt allerdings wenig Hitze: Gib ihn erst gegen Ende der Garzeit an das Gericht, damit sein Aroma nicht verkocht. Frische Blättchen streust du am besten erst kurz vor dem Servieren darüber.
Was passt zu Majoran?
Majoran ist ein klassisches deutsches Küchengewürz und findet sich in vielen herzhaften Gerichten:
- Wurstwaren: Leberwurst, Blutwurst, Bratwurst – daher der Name „Wurstkraut“. Majoran steckt auch in der Thüringer Leberwurst, der Thüringer Rotwurst und in der bekannten Thüringer Bratwurst.
- Fleischgerichte: Schweinebraten, Lamm, Gulasch, Wild
- Hülsenfrüchte: Linsen-, Erbsen- und Bohneneintopf, etwa zu vegetarischen Specklinsen mit Semmelknödel
- Kartoffeln: Bratkartoffeln, Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer
- Pilzgerichte: harmoniert hervorragend mit Steinpilzen und Champignons
- Gemüse und Suppen: Eintöpfe, Gemüsepfannen, klare Suppen
- Mediterrane Küche: in Pizzateig, zu Tomaten und in Kräutermischungen. In Italien wird Majoran traditionell zu Polenta und Risotto verwendet.

Welche Gewürze passen zu Majoran?
Majoran verträgt sich mit vielen Kräutern und Gewürzen. In bestimmten Gerichten wird er zusammen mit Petersilie, Kümmel oder Knoblauch verwendet. Wacholder, Thymian und Pfeffer verstärken das Majoran-Aroma. Gut kombinieren lässt er sich außerdem mit Basilikum, Rosmarin, Salbei und Beifuß.
Majoran in Gewürzmischungen
Majoran ist ein beliebter Bestandteil von Gewürzpasten und -mischungen, zum Beispiel in Grillgewürzen oder in einem Mix aus mediterranen Kräutern:
- Kräuter der Provence: Der Basismischung wird Majoran gern zugegeben.
- Italienische Kräuter: etwa die Italienischen Kräuter von Pfeffersack & Söhne mit Basilikum, Oregano, Rosmarin, Bohnenkraut, Majoran und Thymian
- Kräutersalz: zum Beispiel das Kräutersalz von Wajos, in dem Majoran neben Basilikum, Thymian und Dill steckt
- Cajun: die würzige Mischung aus Louisiana enthält ebenfalls Majoran
- Wildgewürze: Kräutermischungen für Wildgerichte enthalten oft Majoran
Weitere Kräuter, Salze und Mischungen findest du in unserer Kategorie Salz & Gewürze. Wer Majoran lieber fertig im Glas genießt: Die Fränkische Landleberwurst von Feinkost Faber ist klassisch mit Zwiebeln und Majoran gewürzt.
Wie kann ich Majoran ersetzen?
Fehlt dir Majoran, kannst du auf Oregano, Thymian oder Bohnenkraut ausweichen. Sie schmecken nicht gleich, bringen aber ein ähnlich würziges, mediterranes Aroma mit. Oregano ist kräftiger – nimm davon etwas weniger.
Majoran richtig aufbewahren
Damit Majoran sein Aroma behält, braucht er die richtige Lagerung: trocken, dunkel, luftdicht und möglichst bei gleichbleibender Temperatur. Zu dicht am Herd oder Backofen ist es zu warm und feucht, im Kühlschrank ebenfalls zu feucht – beides kann Schimmel und Aromaverlust fördern. Bereits geöffnete und gemahlene Gewürze verlieren schneller an Aroma als ganze oder gerebelte. Wie lange Kräuter und Gewürze halten, liest du im Ratgeber Haltbarkeit von Gewürzen.
Ideal ist eine Aromadose, in die du den Majoran direkt nach dem Einkauf füllst und die du mit Namen und Datum beschriftest.
Tipp: Würze nicht direkt aus der Dose über dem dampfenden Topf. Die aufsteigende Feuchtigkeit lässt das Gewürz verklumpen und kann zu Schimmel in der Dose führen. Nimm lieber einen Teelöffel.