Olivenöl ist essenzieller Bestandteil der mediterranen Küche – nicht nur als Fettkomponente, sondern vor allem als Geschmacksträger. Mit Olivenöl kannst du tierisches Fett in vielen Gerichten ersetzen, denn es eignet sich zum Dünsten, Braten, Frittieren und Backen ebenso wie für die kalte Küche. Auf seiner Basis stellst du einfach und schnell aromatisierte Würzöle her oder legst Gemüse für den Winter ein. Hier findest du Ideen und Rezepte von der Vinaigrette bis zum Olivenölkuchen.
Frisch, süß oder mit Kräutern – Olivenöl für Salatdressings
Olivenöl im Dressing verfeinert Salate mit fruchtigem Geschmack. Hochwertiges Olivenöl hat einen kräftigen Eigengeschmack – deshalb verwendest du es am besten etwas sparsamer als andere Speiseöle. Sein intensives Aroma passt weniger zu besonders zarten Blattsalaten und zu klassischem Kartoffel- oder Nudelsalat, dafür umso besser zu Tomaten, Gurken, Rucola, Bohnen und gegrilltem Gemüse.
Klassische italienische Vinaigrette
Die klassische italienische Vinaigrette kommt mit wenigen Zutaten aus: Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer. Mit Zitrone, Joghurt oder Dill frischst du die Salatsauce je nach Geschmack auf. Basilikum, Thymian und Oregano geben dem klassischen Essig & Öl Dressing einen intensiven Kräutergeschmack. Ein Klassiker, bei dem gutes Olivenöl die Hauptrolle spielt, ist der Caprese-Salat mit Tomate und Mozzarella.
Orientalische Dressings mit Minze und Tahin
Arabisch inspirierte Salate verbinden das fruchtige Aroma von Olivenöl oft mit frischer Minze und Tahin (Sesammus). Auch im Hummus ist Olivenöl neben Kichererbsen und Tahin ein wichtiger Bestandteil, und im Fattoush bindet es die Säure von Zitrone und Sumach.
Wenn du süße Dressings bevorzugst, mischst du Olivenöl mit mildem Balsamessig und roter Marmelade oder Honig. Olivenöl eignet sich sogar zum Abschmecken von Obstsalat: Es rundet die Säure der Früchte ab, frisches Basilikum macht den Nachtisch zu einem feinen Genusserlebnis.
Klassisches Olivenöl-Dressing mit Zitrone
- 6 EL Olivenöl
- 4 EL Weißweinessig
- 1 EL Zitronensaft
- 1 Prise Zucker
- Salz und Pfeffer
Alle Zutaten in ein Schraubglas geben und kräftig schütteln, bis eine leicht cremige Emulsion entsteht. Weitere Varianten findest du im Vinaigrette-Grundrezept.
Olivenöl in Pestos
Olivenöl ist die klassische Basis aller mediterranen Pestos – ob klassisches Basilikum-Pesto, rotes Tomaten-Pesto oder grünes Petersilien-Pesto. Es trägt die Aromen von Kräutern, Nüssen und Käse und macht das Pesto streichfähig. Fertige Pestos aus kleinen Manufakturen findest du in unserer Kategorie Pesto.
Olivenöl zum Braten
Olivenöl besteht zu rund 70 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren und ist dadurch hitzestabiler als viele andere kaltgepresste Öle. Wichtig beim Erhitzen ist die Unterscheidung zwischen gefilterten und ungefilterten Ölen.
Klares, gefiltertes Olivenöl kannst du bis etwa 180 Grad erhitzen. Ungefilterte Öle enthalten noch Trübstoffe und gehören besser in die kalte Küche. Beim Braten gibt Olivenöl Gemüse, Fisch und Fleisch fruchtig-frische Aromen. Mehr dazu, welches Öl in die Pfanne gehört, liest du im Ratgeber Olivenöl zum Braten.
Mit knuspriger Kruste – Olivenöl zum Frittieren
Auch zum Frittieren eignet sich gefiltertes Olivenöl, in Spanien und Italien ist das ganz selbstverständlich. Das Frittiergut bekommt eine knusprige, goldene Kruste. Gutes Olivenöl kannst du für mehrere Frittiervorgänge verwenden, wenn du es nach dem Abkühlen durch ein feines Sieb gießt.

Frittierte Spargelstangen und Zucchiniblüten
Zum Frittieren in Olivenöl passen Gemüse aller Art, helles Fleisch, Fisch und besonders Meeresfrüchte. Statt normaler Pommes kannst du zur Abwechslung Süßkartoffeln im heißen Öl zubereiten. Eine besondere Beilage sind ganze Knoblauchzehen mit fruchtiger Kruste. Ein Highlight zur Saison sind frittierte Spargelstangen oder Zucchiniblüten.
Tipp: Leg Gemüse, Fisch & Co. nicht zu früh ins noch kalte Olivenöl, sonst saugt sich das Frittiergut mit Fett voll. Warte, bis das Öl etwa 160 bis 170 Grad erreicht hat.
Für die ideale Konsistenz – Backen mit Olivenöl
Die mediterrane Küche backt traditionell mit Olivenöl. Pizza, Ciabatta und Focaccia mit Rosmarin kennst du aus der italienischen Backstube. Das fruchtig-frische Aroma verbindet sich aber auch hervorragend mit süßen Backwaren: Kuchen und Muffins werden durch das Öl saftig und bleiben länger feucht. Besonders gut eignet sich Olivenöl für Biskuitböden, Obst-, Möhren-, Nuss- und Gewürzkuchen.
Faustregel: Butter oder Margarine ersetzt du in Backrezepten im Verhältnis 4:3 durch Olivenöl – für 100 g Butter nimmst du also etwa 75 g Öl.
Rezept für aromatisiertes Backöl
- 1 l Olivenöl
- 1 Zimtstange
- 4 Gewürznelken
- abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone
Gewürze und Zitronenschale zehn Tage im Olivenöl ziehen lassen, dann abseihen. Das Backöl gibt Rührkuchen, Muffins und Waffeln eine feine, weihnachtlich-würzige Note.
Italienischer Olivenölkuchen
Zutaten:
- 3 Eier
- 250 g Zucker
- 1 Bio-Zitrone
- 300 ml Olivenöl
- 250 ml Milch (3,5 % Fett)
- 500 g Dinkelmehl
- 2 TL Backpulver
Zubereitung:
- Backofen auf 180 Grad vorheizen.
- Eier mit dem Zucker schaumig schlagen.
- Saft und abgeriebene Schale der Zitrone hinzufügen.
- Milch und Olivenöl abwechselnd unter den Teig rühren.
- Mehl mit Backpulver mischen und löffelweise einstreuen.
- Teig in eine gefettete Springform füllen und bei 180 Grad etwa 40 Minuten backen.
Haltbares Fruchtaroma – Gemüse in Olivenöl einlegen
Antipasti stehen für mediterranen Genuss. Die italienische Küche legt Tomaten, Zucchini, Auberginen, Paprika oder Meeresfrüchte mit Kräutern in Olivenöl ein – und das kannst du ganz unkompliziert selbst.

Koch das Gemüse vorher kurz in Essigwasser mit Kräutern und Salz und lass es gut abtropfen. Arbeite immer mit sterilen Gläsern und bedeck das Gemüse vollständig mit Öl. Zu eingelegten Zucchini passen Knoblauch und Lorbeerblätter hervorragend. Gekühlt aufbewahrt und mit sauberem Besteck entnommen, hält sich das Gemüse einige Wochen.
Kräutertraum – aromatisierte Würzöle selbst herstellen
Mit hochwertigem Olivenöl kreierst du schnell und einfach dein eigenes Würzöl. Kräuter und Gewürze müssen vollständig trocken und gut gesäubert sein. Lass die Zutaten höchstens zwei Wochen an einem dunklen, kühlen Ort im Öl ziehen und seih sie dann ab.
- Kräuteröl: 500 ml Olivenöl, 1 Rosmarin- oder Thymianzweig und 3 Knoblauchzehen zehn Tage ziehen lassen, dann abseihen
- Knoblauch-Öl: geschälte Zehen in Olivenöl einlegen, kühl lagern und zügig verbrauchen
- Chili-Öl: getrocknete Chilischoten in warmes, nicht heißes Olivenöl geben und durchziehen lassen
- Zitronen-Öl: Schale von Bio-Zitronen und Olivenöl – ideal für Fisch und Salate
Aromatisiertes Olivenöl eignet sich für Salatdressings, zum Verfeinern gegarter Speisen oder zum Beträufeln von Brot. In der Grillsaison ist es eine aromatische Basis für selbstgemachte Marinaden. Fertige Öle mit Basilikum, Knoblauch, Zitrone oder Trüffel findest du in unserer Kategorie Würzöle.
Mediterrane Klassiker mit Olivenöl
- Bruschetta: geröstetes Brot, Tomatenwürfel, Knoblauch, Basilikum und gutes Olivenöl
- Caprese: Mozzarella, Tomaten, Basilikum, Olivenöl – einfach perfekt
- Antipasti: gegrilltes Gemüse, in Olivenöl mariniert
- Tapenade: schwarze Oliven, Kapern und Olivenöl – ein Klassiker aus der Provence
- Baba Ganoush: geröstete Auberginen mit Tahin, Zitrone und Olivenöl – zum Rezept Baba Ganoush
Mehr über Olivenöl
Wie Olivenöl hergestellt wird und welche Güteklassen es gibt, erfährst du in unserem Olivenöl Ratgeber. Woran du ein gutes Öl erkennst, zeigt der Beitrag Olivenöl-Qualität erkennen, und warum frisches Olivenöl im Hals kratzen darf, liest du unter Warum schmeckt Olivenöl bitter?. Native Olivenöle extra aus kleinen Erzeugerbetrieben findest du in unserer Kategorie Olivenöl.