Gin Tonic gehört zu den beliebtesten Longdrinks der Welt. Der Klassiker aus Gin und Tonic Water schmeckt kühl, herb-aromatisch und bittersüß, getragen vom Wacholder- und Zitrusaroma des Gins. Neben dem einfachen Serve bietet er unzählige Varianten bei Gin, Tonic und Garnitur. Hier findest du das Grundrezept, das passende Mischverhältnis, Tipps zu Glas, Eis und Tonic Water, beliebte Botanicals und die spannende Geschichte des Drinks.
- Portionen: 1
- Vorbereitungszeit: 5 Min.
Zutaten
- 4 cl Gin
- 16 cl Tonic Water nach Belieben
- 1 Zitronenscheibe für die Garnitur
Optionen zum Verfeinern
- Bio Tonic Sirup
- Botanicals nach Wahl, zum Beispiel Wacholderbeeren oder rosa Pfefferbeeren
Zubereitung
- Ein Glas gut vorkühlen und mit großen Eiswürfeln füllen.
- Gin über das Eis gießen.
- Das gekühlte Tonic Water vorsichtig am Glasrand oder an einem Barlöffel entlang einschenken, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.
- Einmal kurz und sanft mit dem Barlöffel umrühren.
- Mit einer Zitronenscheibe oder Zitronenzeste garnieren und auf Wunsch mit Botanicals verfeinern.
Tipps
Tonic Water gut kühlen: Das Tonic Water sollte gut gekühlt sein – am besten einige Stunden im Kühlschrank –, damit es beim Kontakt mit dem Eis nicht zu sehr sprudelt und zu viel Kohlensäure verliert.
- Das Glas immer gut vorkühlen.
- Tonic Water frisch öffnen. Kleine Flaschen sorgen bei jedem Drink für maximale Spritzigkeit.
- Die Garnitur am Glasrand kurz andrücken und dann hineingleiten lassen.
- Nicht zu stark rühren, denn der Drink lebt von der Kohlensäure.
- Probieren und vergleichen: Verschiedene Gin-Tonic-Kombinationen zu entdecken, macht den Reiz aus.
Was ist ein Gin Tonic?
Gin & Tonic ist ein Longdrink, der klassisch im Verhältnis 1:3 bis 1:4 aus Gin und Tonic Water gemischt wird. Sein typisch bittersüßer Geschmack wird vom frisch-fruchtigen Wacholder- und Zitrusaroma des Gins begleitet, die Tonic-Note kommt vom Chinin im Tonic Water.
Gin Tonic gehört zur Kategorie der Highballs, die aus einer Spirituose und einem Filler bestehen. Er wird nicht im Shaker gemixt, sondern direkt im Glas gebaut („built in glass“): erst das Eis, dann der Gin, dann langsam das Tonic Water. Ursprünglich wurde Gin Tonic ohne Garnitur serviert, heute hat sich eine Zitronenscheibe oder Zitronenzeste etabliert. Je nach Gin-Sorte und eigener Vorliebe bieten sich zahlreiche Varianten an.
Das beste Mischverhältnis
Das Verhältnis von Gin zu Tonic liegt meist zwischen 1:1 und 1:4 – was dir am besten schmeckt, bestimmst du selbst. Die 1:1-Variante schmeckt sehr stark nach Gin und ist für Einsteiger eher weniger geeignet. Klassisch ist 1:3, unser Rezept mit 4 cl Gin und 16 cl Tonic entspricht 1:4 und ist besonders erfrischend. Probier einfach aus, welche Mischung dir am meisten zusagt.
Glas und Eis
Das passende Glas hängt vom Mischverhältnis ab. Bei 1:1 oder 1:2 servierst du Gin Tonic am besten im Tumbler, bei 1:3 oder 1:4 im hohen Highball-Glas. Besonders beliebt ist auch das bauchige Copa-Glas (Ballonglas) nach spanischem Vorbild: Die runde Form bündelt die Aromen, der weite Rand lässt viel Platz für Eis, Garnitur und Nase.
Gin Tonic wird immer auf Eis getrunken – und zwar mit viel und großem Eis. Große Eiswürfel kühlen stärker und schmelzen langsamer, so verwässert der Drink weniger schnell. Das Glas kannst du vorher mit Eis kalt rühren oder kurz ins Gefrierfach stellen. Genieße den Drink zügig, sonst nimmt das Schmelzwasser ihm Aroma und Spritzigkeit.
Welcher Gin passt zum Gin Tonic?
- London Dry Gin – der Klassiker: trocken und wacholderbetont
- New Western Gin – weniger wacholderlastig, mit kräuter- oder fruchtbetonten Botanicals
- Plymouth Gin – etwas weicher und runder als London Dry
- Old Tom Gin – leicht süßlich, eine historische Stilrichtung
- Genever – der niederländische Vorläufer mit malzigem Charakter
- Navy Strength – sehr stark, mit mindestens 57 % vol
Eine große Auswahl findest du in unserer Kategorie Dry Gin. Wie sich der Gin von seinen Anfängen bis heute entwickelt hat, erzählt der Ratgeber Die Geschichte des Gins.
Tonic Water – eine Welt für sich
Welches Tonic Water passt zu welchem Gin? Die richtige Wahl entscheidet über das Geschmackserlebnis. In Deutschland gibt es inzwischen über 20 Tonic-Sorten, und manche Gin-Hersteller stellen eigene Tonics her, die genau auf ihren Gin abgestimmt sind. In jedem Fall gilt: Verwende immer frisches Tonic Water, denn der Drink lebt von der Kohlensäure.
- Klassisches Indian Tonic enthält viel Chinin und Zucker und ist kräftig süß-bitter. Wegen seines dominanten Aromas passt es vor allem zu Gins mit deutlicher Wacholdernote.
- Dry Tonic ist weniger süß, hat eine feine Bitternote und bezieht seine Frische aus der Kohlensäure. Es passt gut zu kräftigen Gins, die im Drink dominieren sollen.
- Würzige Tonics haben nur einen Hauch Zitrus und eine mäßige Bitterkeit. Sie harmonieren mit Gins mit Kräuternote, deren Aroma sich so voll entfalten kann.
- Florale Tonics, etwa mit Holunderblüte, sind nur leicht bitter, bringen blumige Noten und passen zu blumigen Gins.
- Mediterrane Tonics enthalten zusätzliche Botanicals wie Rosmarin oder Lavendel.
- Fruchtige Tonics schmecken meist recht süß. Der Gin sollte hier ein kräftiges Aroma haben, damit sein Eigengeschmack nicht untergeht.
Tipp: Mit einem Tonic Sirup und Sodawasser mischst du dein Tonic selbst und bestimmst Süße und Bitterkeit nach Geschmack. Zum Ausprobieren eignet sich das Tonic Sirup Probierpaket von Wajos, weitere Sorten findest du unter Sirup.
Garnitur und Botanicals
Die Garnitur ist mehr als Deko – sie betont bestimmte Aromen des Gins. Kenner verfeinern ihren Gin Tonic gern mit selbst ausgewählten Botanicals.
Beliebte Botanicals
- Wacholderbeeren: Zwei, drei Beeren betonen die herbe, würzige Note.
- Fenchelsamen: heben die grasigen Aromen eines Gins hervor.
- Kardamom: bringt süßlich-scharfe Noten.
- Koriandersamen: sorgen für eine fruchtige, zitrusartige Note.
- Rosa Pfefferbeeren: fruchtig mit leichter Schärfe.
- Hibiskus- und Lavendelblüten: machen den Longdrink zum floralen Genuss.
Spanische Gin-Bars verwenden gern große Botanicals wie Sternanis, getrocknete Orangenscheiben oder Zimtstangen. Bei der Wahl von Kräutern, Samen, Blüten und Früchten gibt es eigentlich keine Grenzen – probier aus, was dir schmeckt.
Klassische Garnituren
- Zitrone oder Limette: zu Gins mit dominanter Zitrusnote und zu London Dry
- Rosmarinzweig: zu würzigen oder mediterran-fruchtigen Gins – mehr zum Kraut im Ratgeber Rosmarin
- Gurkenscheibe: wurde durch einen Gin populär, der selbst Gurke als Botanical enthält
- Orangenscheibe oder -zeste: zu fruchtig-würzigen Gins
- Himbeeren oder Erdbeeren: zu fruchtigen New-Western-Gins
- Basilikum- oder Minzblätter: für eine frische Kräuternote
Manche Bartender geben zusätzlich einen Spritzer Zitronensaft in den Drink, um die Frische zu betonen.
Cocktail Bitters
Schon wenige Tropfen eines Cocktail Bitters geben einem Drink Tiefe und runden das Aromenspiel ab. Auch ein Gin Tonic gewinnt dadurch an Dimension, ungewöhnliche Sorten wie Enzianbitter sorgen für aufregenden Geschmack. Einen fruchtig-bitteren Twist zeigt der Kakuzo Bitter Tonic.
Gin-Tonic-Variationen
- Cranberry Gin Tonic – mit Cranberrysaft und etwas Rosmarin
- GI-N Tonic Signature Serve – eine Variante des klassischen Gin & Tonic
- Espresso Tonic – Kaffee trifft Zitrone
- Glüh & Tonic – ein Überraschungsdrink für die Weihnachtszeit
- Fields & Tonic – alkoholfreie Erfrischung für jede Tageszeit
Alkoholfreie Alternativen zu Gin findest du in der Kategorie Alkoholfreie Spirituosen.
Die Geschichte des Gin Tonic
Gin Tonic gehört zu den ältesten Longdrinks der Welt, einen Erfinder mit Jahreszahl gibt es aber nicht. Oft wird erzählt, britische Soldaten und Beamte hätten ihn im 19. Jahrhundert in Indien erfunden. Wahrscheinlich haben mehrere Entwicklungen den Drink erst möglich gemacht.
Die Entdeckung des Sodawassers
Die Kombination Brandy & Water kannte die feine Gesellschaft schon im 17. Jahrhundert. Nach der Erfindung des Sodawassers im 18. Jahrhundert ersetzte es im Drink das stille Wasser. Im 19. Jahrhundert entstand im Londoner Limmer's Hotel der berühmte Tom Collins aus Gin, Zucker, Zitronensaft und Soda. Zur selben Zeit mixte Steve Price im Londoner Garrick Club einen Gin Punch mit Sodawasser.
Chinin und das erste Tonic Water
Der Bitterstoff Chinin stammt aus der Rinde des südamerikanischen Chinarindenbaums. 1820 gelang es den französischen Chemikern Pierre-Joseph Pelletier und Joseph Bienaimé Caventou, ihn aus der Rinde zu gewinnen. In den britischen Tropenkolonien gehörte das sehr bittere Chinin zum Alltag und wurde mit Zucker und Sodawasser trinkbar gemacht – der Grundstein für das Tonic Water.
1835 erwähnte die britische Zeitung Bristol Mercury chininhaltiges Sodawasser zum ersten Mal schriftlich. 1858 ließ sich Erasmus Bond ein „Quinine Tonic Water“ patentieren, und schon wenige Jahre später gab es zahlreiche Hersteller, darunter Marken, die bis heute bekannt sind.
Erste Hinweise auf das Gin-Tonic-Rezept
Der erste schriftliche Hinweis auf Gin Tonic findet sich 1868 in einem britischen Sportmagazin, im Zusammenhang mit einem Pferderennen. 1881 beschwerte sich ein Leser der Sporting Times über den Mangel an Tonic Water in England: Er habe jahrelang in Indien gelebt, und dort sei Gin Tonic sehr beliebt gewesen. Gut möglich also, dass die ersten Gin Tonics tatsächlich in Indien getrunken wurden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Chinin rationiert, erst ab Mitte der 1950er-Jahre gewann der Drink wieder an Popularität und eroberte auch die USA.
Fun Facts rund um Gin & Tonic
- Queen Mum, Elizabeth Bowes-Lyon, galt als große Gin-Liebhaberin und soll regelmäßig ein Glas Gin Tonic genossen haben.
- Die größte Gin-Fangemeinde der Welt lebt auf den Philippinen. Dort ist allerdings nicht Gin Tonic der beliebteste Drink, sondern Gin Pom – ein erfrischender Longdrink mit Grapefruitsaft.