Mit Hilfe unseres Saisonkalenders kannst du regionaler und abwechslungsreicher kochen. Regionale Lebensmittel schonen nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel. Wir zeigen dir, wann die wichtigsten Obst- und Gemüsesorten, Salate und Kräuter Saison haben, welche Gerichte zu jeder Jahreszeit passen und warum sich saisonales Einkaufen lohnt. Noch genauer wird es in unseren Saisonkalendern für Obst, Gemüse und Salat & Kräuter.
| Die Jahreszeiten auf einen Blick | |
|---|---|
| Winter (Dezember–Februar) | Grünkohl, Wirsing, Lauch, Radicchio, Chicorée |
| Frühling (März–Mai) | Bärlauch, Spargel, Rhabarber, Radieschen, junger Spinat |
| Sommer (Juni–August) | Tomaten, Zucchini, Auberginen, Beeren, Steinobst |
| Herbst (September–November) | Kürbis, Äpfel, Pilze, Wurzelgemüse, Weintrauben |
| Ganzjährig | Lauch, Champignons, Feldsalat, viele Küchenkräuter auf der Fensterbank |

Saisonkalender Winter
Monate: Dezember, Januar, Februar
Top Five: Grünkohl, Wirsing, Lauch, Radicchio und Chicorée
Die kalte Jahreszeit hat in Sachen Saisongemüse einiges zu bieten. Die große Auswahl an Kohlsorten ist eine kulinarische Bereicherung: Herzhaft zubereitet wird daraus wärmendes Soulfood, Weiß- und Rosenkohl kannst du für die leichte Küche auch asiatisch im Wok zubereiten. Gewürze wie Kümmel, Lorbeer oder Senfsaat passen ideal zu deftigen Wintergerichten. Klassische Wintergerichte sind:
- Grünkohl mit Pinkel oder Kassler
- Wirsingrouladen
- Rotkohl mit Äpfeln
- Kartoffel-Lauch-Eintopf
- Pastinaken-Sellerie-Püree
- Schwarzwurzeln in Béchamel
Obst – Äpfel und Birnen als Lagerware
Die letzten Äpfel werden im November geerntet. Danach gibt es regionales Obst im Winter nur noch als Lagerware – vor allem Äpfel und Birnen, dazu Quitten. Aus Südeuropa kommen saisonal Orangen, Mandarinen, Clementinen, Zitronen und Granatäpfel. Glücklich kann sich schätzen, wer Pflaumen, Kirschen oder Mirabellen im Sommer als Kompott, Mus oder Marmelade eingekocht hat.
Gemüse – Grünkohl, Rosenkohl und Pastinake
Grünkohl hat von Spätherbst bis in den Winter Saison und gilt vielen erst nach dem ersten Frost als richtig gut. Wie du ihn klassisch und modern zubereitest, liest du in unserem Magazinbeitrag Grünkohl – saisonale Winterküche. Rosenkohl ist den ganzen Winter über verfügbar.
Die oft unterschätzte Pastinake reift bis in den Dezember heran. Ihr süßlicher Geschmack passt ausgezeichnet zu leichten Suppen und macht sie zu einem hervorragenden Ofengemüse. Lauch und Champignons sind als ganzjähriges Gemüse immer eine Alternative für die Gemüsepfanne. Rote Bete gibt es eingelagert aus regionalem Anbau.
Salat – aromatische Wintersalate
Feldsalat hat ganzjährig Saison, während Radicchio und Chicorée in der kalten Jahreszeit wachsen. Ihre feinen Bitternoten sorgen für ein frisches, knackiges Genusserlebnis auf dem Teller. Ein Apfel gleicht die Bitterkeit aus.
Kräuter – getrocknet oder frisch vom Balkon
Schnittlauch, Kresse, Lorbeer, Basilikum und Petersilie sind das ganze Jahr über erhältlich. Rosmarin, Thymian, Salbei und Minze aus dem Garten kannst du im Sommer selbst trocknen. In luftdichten Dosen hält sich ihr Aroma über Monate – mehr dazu unter Gewürze richtig aufbewahren. Rosmarin und Thymian überstehen den Winter oft auf der Fensterbank.
Saisonkalender Frühling
Monate: März, April, Mai
Top Five: Bärlauch, Spargel, Rhabarber, Radieschen, junger Spinat
Die Ernte im März fällt mager aus. Dafür sprießen Bärlauch und Spinat aus dem Boden und bringen frisches Grün auf den Teller. Einen Monat später beginnt die Rhabarbersaison, und der säuerlich-herbe Geschmack läutet den Frühling ein. Radieschen reifen heran, und ab April ist die sehnsüchtig erwartete Spargelzeit. Wenn sich mit zunehmender Sonne die Erdbeeren rot färben, wissen wir: Der Sommer ist nicht mehr weit. Junge Gemüseboten der Saison:
- Spargel, weiß und grün
- Mairüben mit Rübengrün
- Junger Spinat
- Erste Radieschen, Kresse, Schnittsalat
- Kohlrabi
- Erdbeeren (ab Mai)
Obst – Erdbeerernte im Mai
Im März und April gibt es regional nur noch Äpfel als Lagerware. Die Erdbeerernte im Mai eröffnet die ertragreiche Obstsaison. Auf Erdbeerfeldern zum Selbstpflücken sammelst du die Früchte besonders günstig und kannst sie direkt zu Marmelade verarbeiten. Auch Rhabarber wird in der Küche wie Obst verwendet – etwa im Rhabarber-Streusel-Kuchen.
Gemüse – Spargelzeit ab April
Lauch und Champignons gehören zu den ganzjährigen Gemüsesorten und landen in Pfanne oder Ofen. Im spärlichen Erntemonat März gibt es oft noch Rosenkohl, auch wenn seine Hauptsaison bereits vorbei ist. Ab Mitte April folgt der Spargel, klassisch mit Butter oder Sauce Hollandaise.
Mangold und Rettich reifen nach dem Spargelstart heran. Gerade Rettich kommt in der Küche oft zu kurz. Dabei schmeckt er im Salat oder als Ofengemüse herrlich aromatisch und bringt mit seinen Senfölen eine feine Schärfe in viele Gerichte.
Salat – Saisonstart im Mai
Der ganzjährige Feldsalat dient im März und April als frische, grüne Beilage. Im Mai startet die Salatsaison, und bis Oktober ist das Angebot groß. Du kannst zwischen milden Sorten wie Eichblatt-, Eisberg- und Romanasalat und würzig-bitteren Varianten wie Rucola, Radicchio oder Endivie wählen.
Ein Essig-&-Öl-Dressing mit aromatischem Balsamico oder rotem Weinessig passt zu kräftigen Salaten wie Feldsalat und Rucola. Helle Salatsaucen mit weißem Weinessig oder Joghurt harmonieren besser mit hellgrünen Blattsalaten.
Kräuter – Bärlauch und Co.
Im März beginnt der Bärlauch zu sprießen. Frisch auf dem Brot, als Pesto oder im Salat sorgt er für ein aromatisches Knoblaucharoma – Ideen findest du im Rezept Pesto selber machen. Mit den Eisheiligen Mitte Mai endet der Bodenfrost, und die Kräutersaison startet. Oregano, Salbei, Zitronenmelisse, Thymian, Rosmarin und Dill wachsen und gedeihen im Freien. Koriander ist etwas robuster und schon im März erhältlich.
Saisonkalender Sommer
Monate: Juni, Juli, August
Top Five: Tomaten, Zucchini, Auberginen, Beeren, Steinobst
Der Sommer ist die Saison der Vielfalt. Durch die vielen Sonnenstunden gedeihen Obst und Gemüse in Hülle und Fülle: Tomaten in unzähligen Sorten, Paprika, Auberginen, Zucchini, Bohnen, Erbsen und Mais. Beim Obst beginnt die Beerenzeit mit Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Stachelbeeren, dazu kommt die Steinobstsaison mit Kirschen, Pfirsichen, Aprikosen, Nektarinen, Pflaumen und Mirabellen. Klassische Sommergerichte:
- Caprese-Salat mit frischer Tomate und Mozzarella
- Ratatouille
- Zucchini-Risotto
- Gegrilltes Gemüse
- Beeren-Tartelettes
- Pflaumenkuchen

Obst – Beerenfrüchte und Steinobst
In der Sommerzeit haben Obst und Beerenfrüchte Hochsaison. Fruchtig im Geschmack und mit hohem Wassergehalt erfrischen sie an heißen Tagen. Wer den Sommer für den Winter bewahren möchte, kocht ein: Kompott, Mus, Marmelade und Gelee. Fertige Fruchtaufstriche aus kleinen Manufakturen findest du in unserer Kategorie Marmelade & Konfitüre. Aber natürlich geht nichts über einen frischen Pflaumen- oder Stachelbeerkuchen.
Gemüse – reiche Auswahl für die saisonale Küche
Im Juni füllen sich die Schoten von Erbsen und Bohnen. Frisch geknabbert sind Erbsen eine kleine Delikatesse, und in der Pfanne kannst du ganze Schoten mit etwas Butter dünsten. Kohlrabi, Radieschen und Rettich sind zu Unrecht verkanntes Sommergemüse: Sie bringen eine delikate Schärfe in Salate. Fein gehobelt schmecken Rettich und Kohlrabi besonders zart.
Gegrillte Maiskolben sind eine leckere vegetarische Alternative zu Würstchen, und an heißen Tagen erfrischt eine kalte Gurkensuppe.
Salat – würzige bis milde Sorten
Sommer ist Salatsaison. Du kannst zwischen würzigen Sorten wie Rucola und Feldsalat oder milden Varianten wie Eichblatt- und Eisbergsalat wählen. Radicchio, Endivie und Romanasalat halten sich im Kühlschrank fast eine Woche, andere Sorten brauchst du besser innerhalb von zwei bis drei Tagen auf.
Kräuter – Kerbel, Borretsch und Liebstöckel
Kräuter lieben die Sonne und wachsen im Sommer üppig. Kerbel eignet sich hervorragend für Geflügel und Kartoffelsalat. Borretsch mit seinem gurkenartigen Geschmack passt ausgezeichnet zu Gurkensalat. Fisch und Fleisch vom Grill würzt du mit dem kräftig-würzigen, an Sellerie erinnernden Liebstöckel.
Saisonkalender Herbst
Monate: September, Oktober, November
Top Five: Kürbis, Äpfel, Pilze, Wurzelgemüse, Weintrauben
Der Herbst ist eine ertragreiche Zeit – nicht umsonst wird Anfang Oktober Erntedank gefeiert. Kürbis in allen Sorten von Hokkaido über Butternut bis Muskat kommt auf den Tisch, dazu Äpfel, Birnen und Quitten. Wurzelgemüse wie Pastinake, Schwarzwurzel und Topinambur kehren zurück, und die Pilzsaison reicht vom Pfifferling bis zum Steinpilz. Viele Gemüsesorten wie Rote Bete, Kartoffeln und Knollensellerie werden für den Winter eingelagert. Klassiker:
- Kürbissuppe, zum Beispiel unsere Kürbissuppe mit Leinöl
- Apfelstrudel
- Quittengelee
- Pilzpfanne mit Knoblauch und Petersilie
- Federweißer mit Zwiebelkuchen
- Gerichte mit Maronen

Obst – Äpfel, Birnen und Quittenzeit
Äpfel, Birnen, Brombeeren und Himbeeren reifen bis in den Oktober heran. Die Quittenzeit beginnt im Oktober und dauert rund acht Wochen. Die gelben Früchte haben eine harte Schale und sind mühsam zu verarbeiten – aber der Aufwand lohnt sich: Quittengelee oder Quittensirup sind ein echter Hochgenuss. Eingelagerte Äpfel gibt es als regionales Obst bis ins Frühjahr.
Ohne eigenen Garten kannst du Fallobst sammeln: Plattformen wie Mundraub zeigen, wo Obstbäume nicht mehr abgeerntet werden. Spannende alte Sorten stellen wir im Beitrag Königlich. Wild. – Alte Obstsorten neu entdeckt vor.
Gemüse – Kürbis, Steckrübe und Pastinake
Im Herbst ist das Gemüseangebot besonders reichhaltig. Kürbis, Zucchini, Pastinake und Schwarzwurzel eignen sich für Pfannen- und Ofengerichte oder aromatische Suppen. Die unterschätzte Steckrübe passt in Eintöpfe, Stampf, Currys und Suppen. Weiß- und Spitzkohl kannst du für den Winter fermentieren – so entsteht dein eigenes Sauerkraut.
Salat – aromatische Wintersorten
Bis in den Oktober sind fast alle Salatsorten verfügbar. Im November gibt es weiterhin Rucola, Endivie, Romana und Radicchio aus der Region. Feldsalat wächst ganzjährig, und die Chicorée-Saison beginnt im Oktober und hält bis März an.
Kräuter – für den Winter haltbar machen
Bis September wachsen fast alle Kräuter im Freien, im Oktober endet ihre Hauptsaison langsam. Hast du einen Überfluss im Garten, kannst du die Kräuter für die Winterzeit trocknen oder einfrieren. So bleiben ihre Aromen lange erhalten.
Nüsse – Knabberzeit im Herbst
Bucheckern kannst du im September vom Waldboden auflesen, rösten und knabbern. Zur selben Zeit sind im Ofen geröstete Esskastanien ein delikater saisonaler Snack. Walnüsse und Haselnüsse reifen von September bis Oktober heran und lassen sich bis ins Frühjahr lagern.
Warum saisonal und regional einkaufen?
Saisonales Kochen bietet viele Vorteile: besseren Geschmack, mehr Abwechslung, eine bessere Klimabilanz und niedrigere Preise. Mehr Hintergründe liest du auch im Beitrag Saisonale Ernährung – Vorteile und Tipps.
- Frischer Geschmack: Vollreif geerntetes Obst und Gemüse aus der Region schmeckt deutlich aromatischer.
- Regionaler: Kürzere Transportwege, kein Anbau in beheizten Gewächshäusern.
- Günstiger: Saisonware ist meist preiswerter.
- Kulinarische Vielfalt: Du entdeckst vergessene Sorten und probierst neue Kombinationen.
- Regionale Landwirtschaft: Hofladen, Wochenmarkt und Solidarische Landwirtschaft profitieren.
Saisonale Küche für eine bessere Klimabilanz
Regionale Wertschöpfungsketten sparen durch kurze Transportwege CO₂ und Energie ein. Beim Einkauf lohnt es sich allerdings, zwischen Freilandgemüse und Gemüse aus dem beheizten Gewächshaus zu unterscheiden: Künstlich beheizter Anbau hat eine deutlich schlechtere Klimabilanz als der Anbau auf dem Feld oder in unbeheizten Folientunneln. Bei Lagerware ist die Rechnung nicht immer eindeutig: Gegen Ende der Lagersaison können Äpfel aus Übersee sogar besser abschneiden als monatelang im Kühlhaus gelagerte heimische.
Richtig einkaufen mit dem Saisonkalender
Während unsere Großeltern Kartoffeln, Bohnen und Erdbeeren noch selbst im Garten angebaut haben, wissen wir heute oft wenig über die Saison von Obst und Gemüse. Ein Saisonkalender hilft dir bei der Orientierung, und eine Wochenplanung mit Rezepten macht den Einkauf leichter. Einkaufen kannst du beim Erzeuger, im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt, viele Landwirte liefern auch Obst- und Gemüsekisten. Und im Supermarkt hilft Nachfragen.
Weitere Saisonkalender
Hinweis: In diesem Ratgeber geht es um Saison, Geschmack und Verwendung in der Küche. Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen von Lebensmitteln dürfen wir als Shop nach der EU-Health-Claims-Verordnung nicht treffen.